John Williams: Großmeister der Filmmusik

Komponisten
Star Wars, Harry Potter und Indianer Jones: Werke von John Williams

Ein Leben für die Musik

Mit mittlerweile 54 Oscar-Nominierungen muss sich John Williams nur von Legende Walt Disney geschlagen geben. Allerdings erhielt bisher keine lebende Person so viele Academy-Award-Nominierungen wie John Williams. Williams komponierte die Filmmusik für 8 der 20 erfolgreichsten US-Filme aller Zeiten. Erfahren Sie hier, wie es dazu kam.

Die frühen Jahre

Das Licht der Welt erblickte John Williams am 8. Februar 1932 in New York. Ohne Zweifel stammen die Musiker-Gene von seinem Vater, der selber ein erfolgreicher Jazz-Perkussionist war. Der Grundstein für die spätere Weltkarriere war somit früh gelegt.

1948 zog die Familie nach Los Angeles, wo Williams an der University of California Komposition studierte. Während seines Studiums machte er auch Bekanntschaft mit dem berühmten Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco, der ihn nachhaltig prägte. Der italienische Jude Castelnuovo-Tedesco floh vor den Nazis in die USA und war dort unteranderm als Filmkomponist äußerst erfolgreich.

Selbst während seines Wehrdienstes bei der Luftwaffe blieb Williams seiner musikalischen Leidenschaft treu und komponierte Stücke für die U.S. Air Force Band.

Nach seiner Zeit in der Armee kehrte Williams 1955 nach New York zurück und besuchte die renommierte Juilliard School. Auch hier hatte er das Glück, mit der Pianistin Rosina Lhévinne eine einflussreiche Persönlichkeit des Musikgeschäfts kennenzulernen. Nebenher arbeitete Williams als Jazz-Pianist in seiner Heimatstadt.

Die Filmmusik des Star-Wars-Franchise ist unverwechselbar mit John Williams verbunden.

Der Aufstieg

Die Sonne Kaliforniens schien es dem jungen Williams angetan zu haben, weshalb er nach seinem Abschluss in die Stadt der Engel zurückkehrte. In Los Angeles begann er schließlich mit und für den TV- und Filmkomponisten Henry Mancini zu arbeiten. Der viermalige Oscar-Gewinner Mancini zählt seinerseits zu den größten Filmmusikern des 20. Jahrhunderts. Die Symbiose der beiden Noten-Genies mündete unteranderm in der äußerst erfolgreichen Titelmusik für die TV-Serie Peter Gunn. Mancini komponierte den Song und John Williams spielte die markante Basslinie am Klavier ein.

Während die ereignisreichen 60er Jahre Rocklegenden wie die Rolling Stones hervorbrachten, gelang es Williams sich in der High Society von Hollywood einen Namen zu machen. Als 1974 der junge Regisseur Steven Spielberg auf ihn aufmerksam wurde, hatte Williams seit über einer Dekade in unzähligen TV- und Filmproduktionen mitgewirkt.

Die Zusammenarbeit von Williams und Spielberg sollte das Filmbusiness Amerikas von nun an prägen. Schon Spielbergs dritter Film als Regisseur – „Der weiße Hai“ – gilt heute als Beginn der Blockbuster-Ära in Hollywood. Williams Komposition zum 1975 erschienenen Klassiker wurde mit einem Oscar belohnt. Und das war erst der Anfang.

John Williams gewann insgesamt 5 Oscars

John Williams gewann insgesamt fünf Oscars – unter anderm für „Der weiße Hai“.

Williams und Hollywood

Zwei Jahre später folgte sein zweiter Oscar für George Lucas‘ Star Wars. Fortan komponierte Williams die Filmmusik der erfolgreichsten Saga der Filmgeschichte. Gerade in den Star-Wars-Filmen erkennt man die Einflüsse von Wagner und Tschaikowski.

Die Leitmotiv-Technik, welche mit Wagner assoziiert wird, ist in Williams Stücken klar herauszuhören. Das Stilmittel zeichnet sich dadurch aus, dass jedem Hauptcharakter eine eigene musikalische Stimme verliehen wird. Williams besitzt die herausragende Fähigkeit, Filmcharaktere musikalisch zu erfassen und dabei unverwechselbare Melodien zu kreieren.

Aufmerksame Zuhörer erkennen außerdem Tchaikovskys Schwanensee im „Love Theme“ für die Star-Wars-Helden Han und Leia. Die Filmmusik für Star Wars ist bis heute die meistverkaufte Nicht-Popmusik aller Zeiten.

Wie kein Zweiter hat es John Williams geschafft, klassische Musik und Film zu vereinen. Dabei leistete er sogar Pionierarbeit oder besser gesagt fungierte er als Schatzgräber, indem er den Klang klassischer Symphonieorchester zurück in die Filmmusik holte und ihn gegen die herrschenden Pop- und Rocksounds austauschte.

Williams komponierte in den folgenden Jahren für die größten Regisseure Hollywoods. Zu seinen bekanntesten Erfolgen in dieser Zeit zählen „Superman“ (1978), „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) sowie auch die späteren „Indiana Jones-Filme“ und „E.T. – Der Außerirdische“ (1982).

Es folgten „Das Reich der Sonne“ (1987), „Jurassic Park“ (1993), „Schindlers Liste“ (1993) und das epische Weltkriegsdrama „Der Soldat James Ryan“ (1998). Im neuen Jahrtausend komponierte Williams die Filmmusik der ersten drei „Harry Potter-Streifen“ und begeisterte damit Film-und Musikfan gleichermaßen. 2003 wurde er mit einem Stern auf dem berühmten Walk of Fame des Hollywood Boulevards geehrt.

2024 erhielt er eine weitere Oscar-Nominierung für die Originalmusik zu „Indiana Jones and the Dial of Destiny“ (2023), mit 91 Jahren war er damit gleichzeitig der älteste Oscar-Nominierte in der Geschichte der Academy-Awards.

Im Jahr 2024 erschien auch der Dokumentarfilm „Music by John Williams“ auf Disney+. Der Film porträtiert Leben und Schaffen des Komponisten und wurde von keinem Geringeren produziert als Steven Spielberg. Fakt am Rande: Seit über 50 Jahren sind Spielberg und Williams enge Freunde und Kollegen.

Abseits der Leinwand

Auch abseits von Hollywood ist John Williams ein gefragter Mann. So war er 1980 bis 1993 Dirigent des bekannten Boston Pops Orchesters und hält bis heute den Titel des Ehrendirigenten inne.

Insgesamt gewann Williams neben seinen fünf Oscars, vier Golden Globe Awards, sieben British Academy Film Awards und 27 Grammy Awards.

National Medal of Arts
Große Ehre für Williams: Am 25. Februar 2009 verlieh ihm der damalige US-Präsident Barack Obama die National Medal of Arts – die höchste Auszeichnung für amerikanische Künstler. Williams erhielt die Medaille aufgrund seiner Erfolge in der Filmmusik. Obama sagte, Williams sei ein herausragender Komponist und Dirigent, dessen Stücke den modernen Film über Jahrzehnte hinweg geprägt haben.

Hören Sie selbst

Williams in Action: Unser Video zeigt ihn als Dirigent während eines Konzerts des Boston Pops Orchesters. Zu hören gibt es sein wohl bekanntestes Stück – die Star Wars Titelmusik. Viel Spaß!

Williams zum Nachspielen

Williams Stücke sind weltweit bekannt und werden auch von Schulorchestern gerne nachgespielt. Wir haben eine kleine Auswahl für Sie zusammengestellt.

Hier spielt die Gorzycki Middle School die Titelmusik der drei Klassiker „Star Wars“, „Jurassic Park“ und „Indiana Jones“.

Sehen Sie hier das Orchester der Corvallis School. Zu hören gibt es wieder die Original Star Wars-Musik von 1977.

Hier interpretiert das Santa Monica High School Symphony Orchestra die Musik aus „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von 2001.

John Williams für Klavier, Orchester und für Anfänger

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, John Williams einmal selber zu spielen, finden Sie bei alle-Noten eine große Auswahl an John-Williams-Notenbüchern. Darunter die Musik aus Star Wars, aus Indiana Jones oder aus Schindlers Liste mit dem berühmten Violinen-Thema, das besonders gerne als Cello-Solo gespielt wird. Unser Sortiment umfasst Klaviernoten, Noten für Blasorchester oder für Streichorchester. Für Profis und fortgeschrittene Musiker haben wir Noten auf mittelschwerem bis anspruchsvollem Niveau. Für Anfänger gibt es speziell leichte John-Williams-Noten. Schauen Sie doch gerne einmal vorbei.

Bilder: Titelbild: ©istock/jpgfactory/COO7/KovacsAlex; ©istock/baona;