Keine Panik – Udo Lindenberg wird 70!

Geburtstag

Udo Lindenberg – das Deutschrock-Unikum ist mehr als nur Hut, Zigarre und Likörelle. Auch wenn der Udo-Style einzigartig ist, so ist es doch Lindenbergs Musik, die seine seit 50 Jahren andauernde Karriere ermöglicht. Tauchen Sie zu seinem 70. Geburtstag mit uns ein in die musikalische Welt des Panikrockers – von seinen Folk-Anfängen bis hin zum Erklimmen des Rock-Olymps auf quietschgrünen Socken. Dazu bieten wir einen Überblick über die besten Möglichkeiten, Udo Lindenbergs Songs nachzuspielen und zeigen, warum sein Werk perfekt in den Schulunterricht passt.

  1. Vom Schlagzeug zum Panikorchester – Udos musikalischer Werdegang
  2. Udo zum Nachspielen
  3. Udo Lindenbergs Top-Alben
  4. Die besten Kollaborationen
  5. Lindenberg Live

 

Vom Schlagzeug zum Panikorchester – Udos musikalischer Werdegang

Als Drummer in Libyen und später bei der Folkgruppe Die City Preachers – vom Panikrocker war Udo Lindenberg in den 60er Jahren noch weit entfernt. Doch panisch war sein Leben auch damals schon.

Am 17.Mai 1946 kommt Udo Lindenberg in der Kleinstadt Gronau im Münsterland auf die Welt, schon mit Rhythmusgefühl im Blut, aber noch ohne Zigarre und Hut. Statt an Schule und Ausbildung hatte Udo mehr Interesse am Schlagzeugspielen und begibt sich mit 17 Jahren auf Reisen. 1963 verschlägt es ihn nach Libyen, wo er in der Nähe von Tripolis Drums in den Clubs eines amerikanischen Luftwaffenstützpunktes spielt. 1968 zieht Udo nach Hamburg und wird Schlagzeuger der ersten Folk-Band Deutschlands, Die City Preachers.

Aus dem Schlagzeuger wird eine Musiklegende

Auch Anfang der 70er Jahre greift Lindenberg noch häufiger zu den Drumsticks als dem Mikrofon und spielt als Studio- und Gastmusiker das Schlagzeug – unter anderem auch auf dem Debutalbum der Band Passport, die von Klaus Doldinger gegründet wurde – dessen Porträt Sie in unserem Artikel über Filmkomponisten finden.

Es bleibt jedoch nicht nur beim Schlagzeugspiel, denn Lindenberg entdeckt schließlich auch das Songwriting und Singen für sich. 1971 erscheint seine erste eigene Platte mit deutschen Texten: Daumen im Wind. Der kommerzielle Durchbruch gelingt ihm allerdings erst 1973 mit dem Album Alles klar auf der Andrea Doria.

Nach Andrea Doria folgen fast fünf Jahrzehnte musikalisches Schaffen, mit dem sich Udo Lindenberg als deutsches Rock-Urgestein etabliert. Das liegt neben Lindenbergs Texten, die mit Witz und Hintersinn Alttägliches behandeln sowie seiner schnoddrigen Art, eben diese Texte vorzutragen, auch am Panikorchester.

Das Panikorchester – Udos musikalische Familie

Seit 1973 begleitet das Panikorchester Udo Lindenberg bei Auftritten und wirkt an Produktionen mit. An Gitarre, Keyboard, Klavier und Schlagzeug spielten über die Jahre hinweg namhafte Künstler wie Gottfried Böttger, Bertram Engel, Carl Carlton und Steffi Stephan – letzterer gehört noch heute zur Besetzung – als einziges Gründungsmitglied.

Udo zum Nachspielen und -singen – Gitarre, Chor und Panik in der Schule

Nicht nur das Panikorchester haut bei Udos Klassikern richtig in die Tasten, auch mit Blaskapelle und Chor hören sich Udos Lieder panikmäßig gut an. Sogar für den Schulunterricht eignen sich die Udo-Songs aus seinem Musical Hinterm Horizont. Pädagogisch wert- und stimmungsvoll – Lindenberg beweist, dass Musik Spaß machen kann. Mit unseren Empfehlungen für die passenden Noten und Inspirationen von Chor und Schulmusical finden Sie die passenden Udo-Werke zum Nachspielen.

Udo für Bands und Solo-Musiker

Mit Udo lernt es sich doch am besten, das zeigt jedenfalls diese Gitarren-Stunde:

Auch auf dem Klavier lässt sich Udos Musik nachspielen – hier der Kult-Hit Cello:

Dank einfacher Akkorde und deutschen Texten eignen sich Udos Hits auch für Musik-Neulinge als Lern-Einstieg. Als Standard-Werk für Noten empfehlen wir das Songbuch Panikperlen, in dem 17 Songs für Klavier, Gitarre und Gesang arrangiert sind.

Udo für das Orchester

Ob Schulorchester oder Stadtorchester – Udos Hits lassen sich auch wunderbar mit Bläsern. Akkordeon und Co. nachspielen, wie das Stadtorchester Klingenthal beweist.

Als passende Noten empfehlen wir eine Auswahl an Hits von Udo Lindenberg für das Blasorchester sowie Der sanfte Lindenberg für das Akkordeonorchester.

Udo für den Chor

Dass sich Udo Lindenbergs Kult-Hits auch mehrstimmig singen lassen, beweist dieser Vortrag des Popchors No Limit:

Die passenden Chor-Noten für Cello finden Sie natürlich bei uns.

Auch für Schulchöre sind Udos Werke, dank leicht nachzusingender deutscher Texte gut geeignet.

Wir empfehlen dazu die Noten zu Hinterm Horizont, passend zum Musical Hinterm Horizont, zu dem Udo Lindenberg ein Schulprojekt ins Leben gerufen hat.

Udo an der Schule

Udo Lindenberg setzt sich auch für Schüler ein – seine Udo-Lindenberg-Stiftung hat das Projekt „Hinterm Horizont macht Schule“ ins Leben gerufen. Das Lindenberg-Musical, das zur Zeit der 80er-Jahre spielt und die Beziehungen zwischen Ost- und Westdeutschland thematisiert, soll die Sozialkompetenz fördern und unterhaltsam über die deutsch-deutsche Geschichte aufklären.  Für das Projekt wurden extra in Zusammenarbeit mit der Zentrale für politische Bildung Unterrichtshilfen erstellt.

Statt einfach nur das Musical anzuschauen, sollen die Schüler selber aktiv werden – sie bearbeiten Aufgaben rund um Hinterm Horizont und führen ihre eigene Version in Zusammenarbeit mit Choreografen und Regisseuren auf.

Als besonderes Schmankerl erscheint Udo auch gerne mal auf einer der Premieren:

Noch mehr Noten für Udo Lindenberg für den (Schul-)Chor, die Band oder das Orchester finden Sie natürlich bei uns im Shop.

Udo Lindenbergs Top-Alben

Udo Lindenbergs Musikkarriere umspannt fünf Jahrzehnte, die nicht nur mit Höhen, sondern auch mir einigen Tiefs bevölkert sind. Die Alben, die von seinen Fans und der Musikkritik am besten angenommen wurden, veröffentlichte Lindenberg in den 1970er Jahren.

In den 80er Jahren schlug Udo Lindenberg mit seinen Texten eher eine politisch-direkte Richtung ein – was nicht bei all seinen Fans gleichermaßen auf Begeisterung stieß – während er in den 90ern als Parodie seiner selbst gesehen wurde, die zu viel trinkt und zu wenig gute Musik veröffentlicht. 2008 gelang Lindenberg jedoch mit dem Album Stark wie Zwei das Comeback. Das Album wurde zu seiner ersten Nummer eins in den deutschen Albumcharts und überzeugte auch die Kritiker.

Wie sich Udo Lindenbergs Musik über die Jahrzehnte hinweg entwickelt hat, wollen wir an seinen erfolgreichsten Alben nachzeichnen – von der Andre Doria von vor über vierzig Jahren bis zu seiner jüngsten Veröffentlichung in diesem Jahr, Stärker als die Zeit.

1973 – Alles klar auf der Andrea Doria

Mit Alles Klar auf der Andrea Doria gelang Udo Lindenberg der Durchbruch in Deutschland. Das passende Musikvideo zur Singleauskopplung Andrea Doria spaltete Anfang der 70er Jahre die Gemüter – Udos lässiger Auftritt mit dem Panikorchester wurde entweder innig geliebt oder ebenso leidenschaftlich gehasst. Das lag nicht nur an der schnoddrigen Art des Songvortrags, sondern auch an Udos Look – lange Haare, weit ausgeschnittener Matrosenanzug-Overall und Zigarre in der Hand.

1975 – Votan Wahnwitz

Das Album Votan Wahnwitz war das fünfte Studioalbum Lindenbergs innerhalb von nur 4 Jahren – chaotischer Wahnwitz war in dieser Zeit Lindenberg-Programm. Die Singleauskopplung ist biografisch angehaucht, denn Lindenbergs Vater holte seine Kinder nachts gerne aus dem Bett, um vor ihnen Musikstücke aus dem Radio zu dirigieren. Im Video taucht auch die Sängerin und Tänzerin „Elli Pyrelli“ auf, eines der ersten und bekanntesten Mitglieder des Panikorchesters.

1978 – Lindenberg‘s Rock Revue

1978 war das Jahr der Coverversionen für Lindenberg. Auf Lindenberg‘s Rock Revue spielte er Klassiker der Rockmusik wie Salty Dog von Johnny Cash neu auf Deutsch ein, natürlich mit einer Extraportion Panik.

2008 – Stark wie Zwei

Nach zwei nicht ganz so erfolgreichen Jahrzehnten schaffte Udo Lindenberg 2008 sein Comeback mit Stark wie Zwei. Im Video zur Single Mein Ding übernehmen Udos Likörelle-Figuren die Hauptrolle.

2016 – Stärker als die Zeit

Udo Lindenbergs aktuellstes und damit 36stes Album ist am 29 April 2016 erschienen. Es ist das Nachfolgealbum zu Stark wie Zwei und thematisiert Lindenbergs Erfolge und Schwierigkeiten, die er in seinem Musikerleben erfahren hat. Die erste Single Durch die schweren Zeiten ist eine Ballade, die Mut machen soll, denn „es ist nie zu spät, nochmal durchzustarten“.

Udo und die Stars – die besten Kollaborationen

Kaum ein anderer Künstler in Deutschland kollaboriert so viel und so gerne mit anderen Musikern wie Udo Lindenberg. Dabei interpretiert er auch ältere Stücke – wie Cello vom Debutalbum – gerne neu und besingt die Reeperbahn seiner Lieblingsstadt Hamburg. Einige der aktuellsten Kollaborationen können Sie hier sehen und hören.

Reeperbahn feat. Jan Delay

Cello feat. Clueso

Gegen die Strömung mit Jennifer Weist (Jennifer Rostock)

Ein Herz kann man nicht reparieren feat. Inga Humpe

Lindenberg Live

Hut, Sonnenbrille, Zigarre und eine große Portion Lässigkeit – das Ist Udo Lindenbergs Stil, den er in 50 Jahren Musikkarriere perfektioniert hat. Das volle Udo-Programm kommt dabei natürlich nur auf der Bühne am besten zur Geltung:

Dass sich Udo Lindenberg auch schon vor mehr als 40 Jahren gut auf der Bühne machte, beweist dieses Video von seinem Auftritt im legendären Jazz -und Rock-Club Onkel Pö:

Alle Udo-Fans haben aktuell Glück, denn der Panikpräsident ist auf großer „Keine Panik!“-Tournee, vom 20.5. bis 26.6.2016. Alle Informationen dazu finden Sie auf seiner offiziellen Webseite.

Wir wünschen Udo Lindenberg einen lässigen Geburtstag und freuen uns auf noch mehr Auftritte und neue Musik der Rock-Legende. Schließlich wäre die bunte Republik Deutschland ohne ihn um einiges farbloser.  

 


Bildnachweis:
Bild 1: Hawobo at german Wikipedia project [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons, Bild 2: By Wanpen (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

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