Prince: Warum sein Tod mehr ist als der Verlust eines Musikers

Nachruf

Das gewaltige Lebenswerk von Prince

Dass ein Künstler wie Prince in seiner über dreißigjährigen Karriere auf ein gewaltiges Lebenswerk zurückblicken kann – nicht umsonst wurde er 2004 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen – ist aus der Retrospektive nicht mehr verwunderlich. Zu viel hat der immer kontroverse Junge aus Minneapolis geleistet, der sich an keine seiner eigenen Grenzen halten wollte.

Die Zahlen allein sind überwältigend: 39 Studioalben, 97 Singles, sechs Filme – von denen ihm gleich sein Debüt Purple Rain (1984) den Oskar für die beste Filmmusik einbrachte – und mehr als 100 Millionen verkaufte Tonträger weltweit zeugen von der Leidenschaft, die Prince sein Leben lang in seine Musik gesteckt hat. In einem Interview mit dem Chicago Tribune vor vier Jahren meinte er:

„Ich muss nichts mehr aufnehmen, um Essen kaufen zu können oder um Steuern zahlen zu können. Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut. Freiheit ist eine interessante Sache. Man muss sehr hart arbeiten, um frei zu sein.“ 

Prince‘ Platinalben bei einer Auktion aus dem Jahr 2011.

Prince‘ Platinalben bei einer Auktion aus dem Jahr 2011.

Doch nicht nur für sich seine eigene Freiheit hat Prince lange und hart gekämpft. Seine Versuche in den 90er Jahren, sich als weltweit anerkannter Künstler von den großen Plattenfirmen unabhängig zu machen und seine – nicht immer erfolgreichen – Vorstöße als einer der ersten Musiker in den Vertrieb seiner Musik über das Internet war er seiner Zeit, wie in so vielen Dingen, um Jahre voraus (dass Prince auch mit seinem exzentrischen Modegeschmack den gängigen Vorstellungen schon immer davongeilt ist, beweisen seine bis heute aufsehenerregenden Bühnenkostüme).

Noch größer: Seine Inspiration für andere

Fast noch deutlicher als in seinem eigenen Lebenswerk tritt Prince‘ Bedeutung für die Popmusik jedoch zutage, betrachtet man den Einfluss, den er auf andere Künstler hatte. Neben den zahllosen Coverversionen seiner Stücke, die teilweise sogar den Musikern, die seine Songs coverten, erst zum Erfolg verhalfen, schrieb er auch selbst – teils unter Pseudonymen – für solche Größen wie Madonna, Joe Cocker oder Céline Dion.

Weniger direkt, aber genauso bedeutend beweist sich Prince‘ Einfluss auf die moderne Musikszene in der Anzahl an Musikern, die ihn als prägenden Faktor ihrer Musik bezeichneten und bezeichnen. In einem tragischen Zufall dieses von Musikertoden geplagten Jahres gab seinerzeit auch der vor zwei Wochen verstorbene Roger Cicero den Ausnahmemusiker aus Minneapolis als sein großes Vorbild an.

Neben ihn gesellen sich Größen wie Alicia Keys, Bruno Mars, Maroon 5, Beck oder OutKast, deren aller Musik nachhaltig von Prince‘ einzigartigem Stil geprägt wurde. Auch deutsche Musiker wie Max Raabe interpretierten Songs von Prince, und Helene Fischer nahm 2014 Purple Rain in ihre Farbenspiel-Tournee mit auf.

So groß, wie der vorzeitige Verlust eines Musikers wie Prince für alle von uns ist, die wir nie mehr wissen werden, was für Lieder er der Welt noch hätte schenken können, so viel größer ist er, bedenkt man all diejenigen, für die Prince‘ einzigartige Kunst eine Inspiration war und ist. Wer einen Beweis dafür braucht, muss sich nur die Twitter-Reaktionen von ihm beeinflusster Künstler ansehen.

Prince-03

Dass Prince deshalb in seiner Musik weiterleben wird, klingt zwar wie ein abgedroschenes Klischee, ist aber nichtsdestotrotz unzweifelhaft wahr. Bei all der Trauer freuen wir uns daher, Ihnen die Möglichkeit zu geben, die Musik des Genies aus Minneapolis selbst zum Leben erwecken zu können.

Denn wenn es nach Prince geht, ist es am Ende die Musik, die zählt:

„You know what I look at when I’m stage? I look for the smile on people’s faces. That’s what I want, where I put all my energy.“  

 


Bilnachweis:
Titelbild: Scott Penner/CC BY-SA 2.0; Bild 1:Deirde Woollard/CC BY 2.0

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