Die teuersten Musikinstrumente der Welt

Instrumente

Teure Nostalgie: Was würden Sie für John Lennons Gitarre bezahlen?

Einmal das Instrument seines Idols in den Händen halten oder es gar zu besitzen – für viele ist das ein Traum, doch nur wenige können ihn sich erfüllen. Denn obwohl die meisten dieser Gitarren, Pianos und Co. in der Anschaffung häufig sehr erschwinglich waren, haben sie durch ihre legendären Besitzer immens an Wert zugelegt. Das sind die prominentesten Exemplare:

Elvis Presleys Gitarre für 270.000 Dollar

Der 'King of Rock’n'Roll' und seine Gitarre – eine 1969 Custom Gibson Ebony Dove.

Der „King of Rock’n’Roll“ und seine Gitarre – eine 1969 Custom Gibson Ebony Dove.

Dieses Jahr wäre Elvis Presley, der King of Rock’n’Roll, 81 Jahre alt geworden. Man fragt sich fast, ob sein Mythos nach all den Jahren vielleicht ein klein wenig nachgelassen hat, denn zumindest die Versteigerung seiner 1969 Custom Gibson Ebony Dove brachte nur schlappe 270.000 US-Dollar ein: Es wurden mit 50.000 Dollar mehr gerechnet.

Das Instrument war Anfang der 1970er Jahre bei zahlreichen Auftritten zu sehen gewesen, sowie im Film „Elvis on Tour”:

Elvis Presley’s mit Blattgold verziertes Klavier für 600.000 Dollar

Wesentlich mehr brachte Elvis‘ Flügel vergangenes Jahr auf einer „Rock’n’Roll-Auktion“ des Hauses Julien’s Auctions in Beverly Hills ein. Seine Frau Priscilla ließ das Instrument einst anlässlich seines Geburtstags mit Blattgold überziehen. Der Preis: 600.000 US-Dollar.

Dieser prunkvolle Flügel gebührt einem echten “King”!

Dieser prunkvolle Flügel gebührt einem echten “King”!

Eric Clapton’s Gitarre „Blackie“ für 950.000 Dollar

Teuerste-Instrumente_05Das Instrument, das Eric Clapton 15 Jahre lang begleitet hat, kam 2004 unter den Hammer – und der Erlös einer Klinik für Drogenabhängige zugute. Denn auch Clapton hatte zu Beginn seiner Karriere mit der Abhängigkeit zu kämpfen. Auf dem aus drei verschiedenen 1956er und 1957er Fender Stratcoaster-Gitarren zusammengebauten Modell spielte Clapton einige seiner berühmtesten Riffs ein, wie beispielsweise das von „Cocaine“, oder das Solo in „Lay down Sally“.

John Lennons Klavier für 2,1 Millionen Dollar

Keine Instrumente waren je so begehrt wie die von Beatles-Legende John Lennon: 2,1 Millionen Dollar gab der Popsänger George Michael im Jahr 2000 für dessen Klavier aus, einem Steinway Model Z., auf dem Lennon seinen Hit „Imagine“ komponiert hatte. Nach Studioaufnahmen für ein Album gab er es wieder an das Beatles-Museum in Liverpool zurück, von dem er es ersteigert hatte.

Der weiße Flügel, der auf zahlreichen Bildern von Lennon zu sehen ist, kam erst später zum Einsatz, wird jedoch so stark mit dem Song in Verbindung gebracht, dass Klavierhersteller Steinway sogar eine limitierte „Imagine“-Edition herausbrachte.

Links ist das Klavier, auf dem Lennon “Imagine” komponierte, welches kürzlich unter den Hammer kam. Der weiße Flügel, ebenfalls von Steinway, kam dann für Studioaufnahmen zum Einsatz.

Links ist das Klavier, auf dem Lennon „Imagine” komponierte, welches kürzlich unter den Hammer kam. Der weiße Flügel, ebenfalls von Steinway, kam dann für Studioaufnahmen zum Einsatz.

John Lennons Gitarre für 2,4 Millionen US-Dollar

Der Star unter den prominenten Instrumenten ist jedoch ganz klar John Lennons Gitarre. Auf derselben Auktion in Beverly Hills, auf der auch Elvis’ goldenes Piano unter den Hammer kam, erzielte das 50 Jahre verschollen geglaubte Instrument im November 2015 die Rekordsumme von 2,4 Millionen US-Dollar, obwohl der Schätzpreis bei gerade einmal 600.000 Dollar lag. Der Käufer wollte allerdings anonym bleiben.

Der Geschäftsführer bezeichnet die J-160E Gibson als eine von Lennons Lieblingsgitarren, die dieser 1962 für 161 britische Pfund (ca. 210 Euro) erworben hatte und darauf Hits wie „Love Me Do“, ‚„She Loves You“, „I want to Hold Your Hand“, ‚„All My Loving“ und „This Boy“ eingespielt hatte.

Lennons jahrelang verschollene Gitarre wurde von einem Experten anhand der Holzmaserung eindeutig als sein Instrument erkannt.

Lennons jahrelang verschollene Gitarre wurde von einem Experten anhand der Holzmaserung eindeutig als sein Instrument erkannt.

Teure Seltenheiten: Wer bietet am meisten für eine Stradivari?

Wer es sich nicht leisten kann, die Instrumente von John Lennon und Co. zu ersteigern, kann sich zumindest meist dasselbe Modell kaufen. Anders ist das bei Instrumenten, deren Baumeister schon vor mehreren Jahrhunderten das Zeitliche gesegnet und das Geheimnis, wie Ihre berühmten Instrumente gebaut werden, mit ins Grab genommen haben.

Andere Modelle sind Sonderanfertigungen, die es nur ein einziges Mal auf der Welt gibt: Diese Instrumente erzielen immer wieder Preise von mehreren Millionen.

Die teuersten Geigen der Welt: Die Top 9

Selbstverständlich sind es die Instrumente des italienischen Geigenbaumeisters Stradivari, die die höchsten Preise der Welt erzielen. Doch auch die seines Zeitgenossen Guarneri del Gesù führen die Liste der teuersten Geigen mit an:

  • Platz 9: Die Molitor Stradivari: 2,9 Millionen Dollar
  • Platz 8: Die Ex-Ries Stradivari: 3,8 Millionen Dollar
  • Platz 7: Die Dolphin Stradvari: 4,4 Millionen Dollar
  • Platz 6: Die Ex-Szigeti Stradivari: 4,7 Millionen Dollar
  • Platz 5: Die La Pucelle Stradivari: 4,7 Millionen Dollar
  • Platz 4: Die Lord Wilton Guerneri del Gesù: 4,7 Millionen Dollar
  • Platz 3: Die Ex-Carrodus Guarneri del Gesù: 5,6 Millionen Dollar
  • Platz 2: Die Ex-Kochanski Guarneri del Gesù: 7,9 Millionen Dollar
  • Platz 1: Die Lady Blunt Stradivari: 12,6 Millionen Dollar
Die „Lady Bunt“: Diese Violine ist 12,6 Millionen Dollar wert.

Die „Lady Bunt“: Diese Violine ist 12,6 Millionen Dollar wert.

 

Wer war Stradivari und was macht seine Instrumente so wertvoll?
Antonio Giacomo Stradivari, um das Jahr 1644 geboren, war ein italienischer Geigenbaumeister, der, wie auch sein Kollege Guaeneri del Gesù, in Cremona tätig war. Von vielen wird er als der beste Geigenbauer der Geschichte angesehen. Von den über 1100 Instrumenten, die er in seinem Leben (er wurde über 80 Jahre alt) gebaut hat, sind noch ca. 620 Geigen, 12 Bratschen, 63 Violoncelli und 5 Gitarren erhalten. Seit ca. 1800 wurden seine Instrumente immer beliebter und erzielen immer wieder unglaubliche Rekorde auf dem Markt.

So stellte dich der Maler Edgar Bundy im Jahr 1893 den Geigenbauer bei der Arbeit vor.

So stellte dich der Maler Edgar Bundy im Jahr 1893 den Geigenbauer bei der Arbeit vor.

Es wurden zahlreiche verschiedene Theorien aufgestellt, die die Klangeigenschaften der Stradivari-Instrumente erklären sollen: Von der „kleinen Eiszeit“(16.-18. Jahrhundert), die die Holzstruktur zu dieser Zeit verändert haben soll bis hin zu Schimmelpilzen, die das Holz befallen und so dessen Klangeigenschaften positiv beeinflusst haben sollen, ist alles dabei.

Warum der Klang einer Stradivari, der als „sehr lebhaft“ oder „flackernd“ beschrieben wird, als so besonders angenehm empfunden wird, lässt sich dadurch erklären, dass er sich im Bereich 2.000 bis 4.000 Hertz einordnen lässt, in welchem das menschliche Ohr am empfindlichsten ist. So kann auch ein leise auf einer Stradivari gespielter Ton bis in den letzten Winkel eines Konzertsaals gehört werden.

Die Violinistin Ursula Bagdasarjanz mit einer Stradivari.

Die Violinistin Ursula Bagdasarjanz mit einer Stradivari.

Doch hat das Spiel auf einer dieser Geigen für Musiker häufig auch viel mit Prestige zu tun, denn auch moderne Geigen können durchaus an die Klangqualität einer Stradivari herankommen. In einem Blindversuch haben sich viele Geigenvirtuosen für ein neueres Modell entschieden und konnten ein solches von einer originalen Stradivari auch nicht eindeutig unterscheiden.

Wenn Sie sich genauer über Stradivari und sein Leben informieren möchten, schauen Sie doch einmal hier.

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Das teuerste Cello der Welt: ca. 8 Millionen US-Dollar (echter Wert unbekannt)

Das teuerste Cello der Welt stammt ebenfalls aus dem Hause Stradivari: „Mara“ hat einen Wert von 8 Millionen Dollar und befindet sich im Besitz des Cellisten Christian Polterá, auch wenn sie nicht dessen Eigentum ist.

Berühmte und wertvolle Instrumente besitzen übrigens einen eigenen Pass, den „Musical Instrument Passport“, der das Instrument mit Fotos und Details zu dessen genauen Maßen als das Original ausweist. Für Musiker, die dieses Instrument bespielen dürfen, ist dies meist die Erfüllung eines Lebenstraums. Zugleich stehen sie auch unter großem Druck, wenn sie ein Instrument spielen, das meist berühmter ist als sie selbst.

Das teuerste Instrument aller Zeiten: Eine Stradivari-Bratsche für 45 Millionen US-Dollar

Das wertvollste Instrument der Welt sollte 2014 von Auktionshäusern Sotheby’s und Ingles & Hayday versteigert werden – für den stolzen Preis von 45 Millionen US-Dollar. Noch hat sich jedoch kein Käufer für die noch einzige existierende Bratsche „McDonald“ aus der „goldenen Phase“ des Baumeisters gefunden, in der seine besten Instrumente entstanden sein sollen. Zuvor hatte es Peter Schidlof gehört, dem Mitbegründer des Londoner Amadeus Quartetts, der es 1964 für „nur“ 81.000 Dollar erworben hatte.

Teure Materialien: Diese Instrumente sind der pure Luxus

Nicht alle interessieren sich für den Klang von Instrumenten: Manchen ist die Optik wichtiger. Und was versprüht schon mehr Luxus und Exklusivität als Diamanten? Man nehme: ein gewöhnliches Instrument, überziehe es mit allerhand Gold und funkelnden Edelsteinen und voilà: fertig ist das exklusive Luxusprodukt! Ob das nun noch etwas mit Musik zu tun hat, sei dahingestellt, aber teuer sind diese Instrumente allemal:

Teure Tröte: Eine mit Weißgold und Diamanten überzogene Vuvuzela für ca. 15.000 US-Dollar

Wer erinnert sich nicht an diese lärmenden Tröten, die bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika der letzte Renner waren? Der österreichische Goldschmied Klemens Pointner hat die mit Sicherheit teuerste Vuvuzela der Welt angefertigt, indem er die Fan-Tröte,  die im Landen für knapp 3 Euro zu haben ist, mit Weißgold und Diamanten verziert hat – für ein Geschenk eines südafrikanischen Unternehmens an seinen Geschäftspartner. Ob dieser das edle Stück wohl mit ins Fußballstadion genommen hat?

Selbst für  Vuvuzela-Spieler haben wir übrigens die passenden Noten parat, mit dem „Spirit of the Vuvuzela“ von Ivo Kouwenhoven für Vuvuzela und Blasorchester.

Eine Gitarre aus Diamanten: 2 Millionen

Was mit einer Vuvuzela funktioniert, geht mit einer Gitarre natürlich erst recht! Auf der Musikmesse in Frankfurt 2015 präsentierte Gitarrenhersteller Gibson die „Eden of Coronet“, welche aus rund eineinhalb Kilo Weißgold besteht und mit 483 Diamanten besetzt ist. Das Instrument  ist zwei Millionen Dollar wert.

Teure Konstruktionen: Wüssten Sie, was eine Orgel wert ist?

Ein Instrument, das in der Herstellung wohl am aufwändigsten ist und es deshalb ganz ohne prominente Vorbesitzer, prunkvolle Materialien oder Veredelungen durch mehrere Jahrhunderte leicht auf mehrere Millionen bringt, ist die Orgel: Denn Sie muss sich an die räumlichen Gegebenheiten anpassen und gleichzeitig akustisch und optisch etwas hermachen.

Im Idealfall ist der Klang der Orgel in jedem Punkt des Raumes ausgeglichen und transparent. Daher ist die Anschaffung einer Orgel ein Großprojekt, dessen Realisierung gut und gerne mehrere Jahre in Anspruch nimmt und in das verschiedenste Instanzen involviert sind, von Investoren über Orgelbauer bis hin zum Organisten, der das Instrument später bespielen soll. Je nach Größe und Komplexität der Konstruktion kosten Orgeln zwischen 60.000 und drei Millionen Euro.

Die Domorgeln von Münster und Trier – Diese beeindruckenden Instrumente sind keine Schnäppchen!

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Die Orgel der Elbphilharmonie für 2 Millionen Euro (2,18 Millionen US-Dollar)

Eine der teuersten Orgeln, die sich derzeit in Konstruktion befinden, ist die der Elbphilharmonie. Da die Philharmonie selbst ein kostspieliges Großprojekt ist, geben sich die Bauherren natürlich auch nicht mit einer preisgünstigen Orgel zufrieden – was bei einem Jahrhundert-Prestigeprojekt wohl auch Sparen an falscher Stelle bedeuten würde.

Die Hamburger müssen die Kosten aber nicht selbst tragen, denn der Hamburger Unternehmer Peter Möhrle hat großzügige2 Millionen Euro dafür gespendet. Hier spricht Orgelbauer Phillip Klais über das Elbphilharmonie-Projekt:

Wie viel Geld wäre Ihnen Ihr Wunschinstrument wert? Zum Glück ist die Musik selbst ganz umsonst, und die Noten dafür in unserem Shop garantiert für jeden Geldbeutel erschwinglich!

 


 

Bildnachweise:
Bild 1: Collage Elvis Presley: © Metro-Goldwyn-Mayer/CC-0, © Pappenheim/CC-0; Bild 3: © Cliff (Flickr: Country Music Hall of Fame)/CC-0; Bild 4: © Chris Hakkens/CC-0; Bild 5: Collage Klavier John Lennon: © Dave Fey from St. Louis/ CC-0, © Apple Records/CC-0; Bild 6: Collage Gitarre John Lennon: © Roy Kerwood/ CC-0, Lauren Gerson/CC-0; Bild 7: © Violachick68/CC-0; Bild 8: © Edgar Bundy/W CC-0; Bild 9: © Ursula Bagdasarjanz/ CC-0; Bild 10: Collage Stradivari: © iStock/greeneyedlens, © Frédéric-Désiré Hillemache/CC-0; Bild 11: Collage Orgel: © Cmcmcm1/CC-0, Bild 2: © FZohren/CC-0

1 Kommentar

  1. Kurt Rudolph 15. Dezember 2016 um 19:29 Uhr

    Es kommt wirklich auf den Klang des Instuments an und ein Könner der es bespielt. Es muß nicht Konzert sein, daß vor einem erlesenen Publikum, besondere Spieltechnik(Viutrousität voraussetzt. Es können einfache Lieder der Volksmusik, Liebeslieder, die jeder mitsummen kann und den Ton des Instruments lauschen, was dann mit seinem Klang besticht.

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