Finanzierung & Marketing für Chöre und Orchester (Teil 3/3): Effizientes Musikmarketing – Maßnahmen für Ensembles

Empfehlung
Musikmarketing

Nicht nur Gelder sind knapp: Auch beim Thema Nachwuchs haben einige Musikvereine zunehmend Schwierigkeiten. Umso wichtiger wird an dieser Stelle Marketing für Musikensembles, denn damit können Chöre und Orchester nicht nur finanzielle Gewinne machen, sondern auch neue Mitglieder für sich gewinnen.

Warum brauchen Musikvereine Marketing?

Musikmarketing spielt in Vereinen und organisierten Musikensembles eine bedeutendere Rolle, als man vielleicht denkt. Denn Chöre haben oftmals dauerhaft mit Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen, da die meisten Zuschüsse durch Stiftungen nur projektbezogen sind. Deshalb müssen Finanzierungsquellen immer wieder aufs Neue beantragt werden. Eine weitere Herausforderung: Gerade Kirchenchöre haben ein großes Problem hinsichtlich ihres Nachwuchses. Denn die Zahl junger Choristen zeigt gerade in kirchlichen Musikvereinen eine sinkende Tendenz.

Musikmarketingmaßnahmen bieten Lösungen für zwei ernst zu nehmende Probleme, an welchen nachhaltig und darüber hinaus vielgestaltig gearbeitet werden kann.

Was macht Ihr Ensemble aus?

Um Musikmarketing für Ihr Ensemble betreiben zu können, müssen Sie zuallererst Ihr Ensemble und dessen Potenziale kennen. Das heißt: Sie müssen Ihre musikalische Initiative kennen und sie ideell und fachlich fest umreißen, um Ihr Vorhaben strategisch angehen zu können.

Als gemeinnütziger Musikverein verfolgen Sie bestimmte ideelle Zwecke und haben Überzeugungen, die Ihre Tätigkeit begründen. Falls Sie diese nicht auf Anhieb nennen können, helfen Ihnen folgende Fragen dabei, die Identität Ihrer musikalischen Gruppierung zu erfassen:

  • Welche Werte sind uns wichtig und wofür stehen wir? Generationenaustausch, sozialer Zusammenhalt, religiöser Austausch …
  • Was sind besondere Stärken unseres Ensembles, die uns von anderen unterscheiden? Besonders kreative Aktionen, große fachliche Expertise, starker interner Zusammenhal …

Versuchen Sie dabei möglichst genau zu sein. Das heißt: Machen Sie sich Gedanken um die konkrete Ausrichtung Ihres Chores oder Orchesters, auf einer fachlich-inhaltlichen und auch ideellen Ebene. Hiervon hängt Ihr gesamtes weiteres Vorgehen ab. Daher empfiehlt es sich, auch schriftlich zu erfassen, was Sie ausmacht und so die Grundlage für Ihre weiteren Maßnahmen festzuhalten.

Frau am Schreibtisch

Die passenden Maßnahmen zielgerichtet festzulegen, ist der erste und entscheidende Schritt für den Erfolg Ihres Musikmarketings.

Was sind Ihre Ziele & wer gehört zu Ihrer Zielgruppe?

Sobald Sie wissen, was Ihr Musikensemble ausmacht und wofür es steht, ist der erste Schritt geschafft. Denn nun kennen Sie Ihr ‘Produkt‘. In einem zweiten Schritt sollten Sie sich nun fragen, was Sie mit diesem erreichen möchten. Ist Ihr Interesse beispielsweise der Zuwachs von Nachwuchs, müssen Sie in eine andere Richtung denken, als bei dem Ziel Sponsoren oder Förderer zu finden.

Bevor Sie in irgendeiner Form aktiv werden können, sollten Sie sich fragen, wer Ihre Zielgruppe ist. Erst wenn Sie wissen, wer zu Ihrer Zielgruppe gehört, können Sie in einem nächsten Schritt überlegen, mit welchen Mitteln Sie zu dieser vordringen können.

Auf der Suche nach Ihrer Zielgruppe ist es wichtig sich zu überlegen, wer zu Ihren Werten und Ihrem Programm passt und sich damit identifizieren kann. Folgende Leitfragen können Ihnen dabei helfen:

  • Welche Werte sind für Ihre Zielgruppe wichtig und welche Interessen hat sie?
  • Welche Probleme oder Schwierigkeiten hat Ihre Zielgruppe?
  • Was benötigt Ihre Zielgruppe und was können Sie ihr bieten?

Welche Maßnahmen bringen Sie zum Ziel?

Nun wissen Sie, wen Sie ansprechen wollen, Sie kennen also Ihr Ziel. Ab diesem Punkt können Sie sich damit beschäftigen, wie Sie dieses Ziel erreichen. Dazu gehört auch, Zuständigkeiten festzulegen und gemeinsam zu überlegen, wer konkret welche Aufgaben übernimmt, Fristen setzen und sich Gedanken über die Kosten machen.

Im Folgenden haben wir einige Beispiele für Sie zusammengestellt, bei denen potenzielle Ziele und entsprechende Lösungswege vorgestellt werden.

Ziel: Nachwuchs finden

Falls Sie fürchten, Sie könnten Mitglieder verlieren, sollten Sie handeln, bevor es zu spät ist. Zuallererst sollten Sie herausfinden, woran es liegt, dass Mitglieder erwägen könnten, das Ensemble zu verlassen. Dabei können eine erhöhte Aufmerksamkeit, anonyme Umfragen oder auch der Wunsch nach Anregungen und Vorschlägen zum gemeinsamen Gestalten der Vereinskultur helfen.

Junge Menschen ohne Interesse an Gospelmusik werden vermutlich keinem Chor beitreten, der sich damit auseinandersetzt. Wichtige Fragen können für das Beispiel des Gospelchores sein:

  • Wo hält sich die Zielgruppe auf? Schulen, Gottesdienste, weitere Freizeitaktivitäten in der Gemeinde wie Pfadfinder, Jugendbetreuung oder Ähnliches
  • Welche Schwierigkeiten hat Ihre Zielgruppe? Suche nach Identität und den eigenen Interessen, fehlendes Zugehörigkeitsgefühl, Langeweile, ungenutzte Talente
  • Welche Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe können Sie erfüllen? Aktiv singen, Austausch mit anderen Jugendlichen, Zugehörigkeitsgefühl und Gemeinschaft, Wunsch nach Spaß, Unterhaltung und einem dauerhaften und schönen Hobby
  • Wie können Sie sie medial erreichen? Social-Media-Initiativen oder -Aktionen, Aushänge in Schulen oder Gemeinden, Einladungen zu Konzerten oder Workshops, Tag der offenen Tür
Zielgruppe bestimmen für Musikmarketing

Überlegen Sie sich am besten gemeinsam, wer zu Ihrer Zielgruppe gehört und definieren Sie diese möglichst genau.

Sobald Sie diese Punkte genau festgelegt haben, sollten Sie sich an die konkrete Umsetzung machen, um Ihre Zielgruppe von Ihrem Ensemble zu überzeugen. Versuchen Sie dabei auf die verschiedenen Punkte, die Sie herausgearbeitet haben, zu achten und Ihre konkreten Maßnahmen danach auszurichten.

Besonders wichtig ist auch, dass die angebotenen Inhalte überzeugen. Denn halten Sie ein Versprechen nicht, das Sie in diesem Zusammenhang etwa durch einen Workshop oder Ähnliches machen, wird Ihre Maßnahme nicht überzeugen und Sie haben sich die Mühe umsonst gemacht. Gehen Sie daher von Anfang an möglichst genau vor und überlegen Sie sich gut, wie Sie mit Ihren Stärken punkten können.

Zudem sollten Sie auch darauf achten, die interne Gruppenzugehörigkeit zu stärken: Ein Chor- oder Orchester-Logo, gemeinsame Chorfreizeiten oder Unternehmungen bieten das Potenzial, gemeinsam Zeit zu verbringen, persönliche Verbindungen zu stärken und so Identität zu schaffen. Achten Sie daher nicht nur bei der Wahl des Musikprogramms darauf, dass es Ihrem Profil entspricht, sondern bemühen Sie sich um eine möglichst passende Gestaltung der Werte, Vorhaben, Unternehmungen und des Programms Ihrer Vereinskultur, in der sich Ihre Mitglieder wohl fühlen und sich wiederfinden.

Gerade bei Jugendlichen spielt Mitspracherecht eine große Rolle und je stärker man bei Entscheidungsfragen involviert ist, desto höher ist auch die persönliche Bindung an den Verein. Wollen Sie Ihre Mitglieder behalten, sollten Sie sie auch als solche ernst nehmen und in Entscheidungsprozesse integrieren.

Ziel: Aufmerksamkeit schaffen

Um sich einen Namen zu machen und andere vom eigene Projekt zu begeistern, ist es erst einmal wichtig, Aufmerksamkeit zu schaffen und Informationen zur Verfügung zu stellen. Dabei sollten Sie sowohl online als auch offline aktiv werden.

Eine Vereinswebsite erstellen & pflegen

Ihre Vereinswebsite ist das digitale Aushängeschild Ihres Chores oder Orchesters. Als Anlaufstelle im Internet gibt sie Auskunft über Ihre Musikgruppe und bietet Interessenten die Möglichkeit, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. Ein ansprechender Eindruck und eine übersichtliche Gestaltung sind unverzichtbar, wenn Sie sie für die Präsentation Ihres Ensembles im Web nutzen wollen. Gängige Tools für das Erstellen einer Seite sind etwa die freie Webanwendung WordPress oder auch die Google-Plattform Blogger.

Junge Menschen nutzen Social Media

Auf eine eigene Website und Social-Media-Kanäle sollten Sie beim Musikmarketing für Ihren Chor oder Ihr Orchester nicht verzichten

Beim Erstellen der Website gibt es einige Regeln, die Sie für einen gelungenen Auftritt unbedingt beachten sollten:

  • Wählen Sie eine knappe Domain, also den Adressnamen, der am besten den Namen Ihres Ensembles enthält, beispielsweise https://chorname.de. Auf der Plattform INWX können Sie prüfen, ob Ihre Wunschdomain bereits vergeben ist.
  • Wählen Sie einen Seitenaufbau mit klarer Struktur, in welcher der Besucher sich nicht verliert.
  • Stellen Sie Ihren Musikverein, seine Ausrichtung, Ziele und Überzeugungen realistisch vor. Heben Sie Ihre Stärken und Besonderheiten vor, die Ihr Ensemble ausmachen. Gerade bei gemeinnützigen Vereinen sind besonders die ideellen Überzeugungen, Werte und das Gemeinschaftsverständnis interessant und sollten aussagekräftig sein.
  • Ein gemeinsames Gruppenfoto sollte im Idealfall vorliegen, damit der Seitenbesucher sich wortwörtlich ein Bild von Ihrem Ensemble machen kann. Achten Sie dabei auf eine gute Auflösung. Zudem sollten Sie vorab das Einverständnis aller Abgebildeten einholen, bevor Sie das Bild auf die Website hochladen.
  • Geben Sie unbedingt ein Impressum an. Die Impressumspflicht ist in Deutschland sehr streng. Sollten Sie sich hierbei unsicher sein, empfiehlt es sich im Zweifelsfall rechtlichen Rat einzuholen.
  • Hinterlegen Sie Ihre Kontaktdaten oder ein Kontaktformular, damit Interessenten Sie kontaktieren können.

Social-Media-Kanäle bewusst nutzen

Mittlerweile sind Social-Media-Kanäle ein unverzichtbares Element im Bereich des Onlinemarketings.  Plattformen wie facebook, Instagram, twitter oder YouTube bieten zwei wichtige Vorteile: Social-Media-Plattformen ermöglichen eine direkte und schnelle Kommunikation und können zudem große Reichweiten erzeugen. Wer insbesondere daran interessiert ist, die Aufmerksamkeit von Jugendlichen auf sich zu ziehen, wird an der Nutzung von Social-Media-Kanälen nicht vorbeikommen.

Dennoch sollten Sie sich bei der Nutzung der Kanäle unabhängig von Ihrer Zielgruppe Gedanken machen, welche Kanäle für Sie infrage kommen. Wichtige Aspekte, die Sie dabei beachten sollten, sind folgende:

  • Was möchten Sie mit dem Kanal erreichen? Wollen Sie beispielsweise einen Kanal nutzen, um Ihre Auftritte zu dokumentieren und sich mit anderen auszutauschen, eignet sich eine Plattform mit Fokus auf Video-Inhalten wie YouTube oder facebook gut, um Videos und Audio-Aufnahmen von Ihren Auftritten oder Proben zu teilen.
  • Welchen Zeitaufwand können Sie für das Betreuen der Kanäle aufbringen? Sollte Ihnen nur wenig Zeit zur Verfügung stehen, ist es sinnvoller, sich auf einen Kanal zu beschränken. Wichtig ist, dass die Qualität der Inhalte stimmt, sie also zu den Bedürfnissen der Zielgruppe passt, und Sie den Kanal regelmäßig betreuen, damit das Interesse daran aufrechterhalten bleibt.

Um sich letztlich sinnvoll für einen oder mehrere Kanäle entscheiden zu können, sollten Sie Ihre Wahl auf Basis Ihrer Ziele und der Zielgruppe treffen. Die Studienergebnisse des Statistischen Bundesamts zum Nutzungsverhalten von Social-Media-Plattformen in Deutschland können Sie in Ihre Entscheidung miteinbeziehen.

Musikwettbewerbe

Nutzen Sie musikalische Veranstaltungen wie Wettbewerbe, Festivals oder Konzerte auch zum Austausch mit anderen Ensembles und weiteren Kontakten.

Networking betreiben

Wettbewerbe können nicht nur eine nützliche Einnahmequelle sein, sie sind auch für den gemeinsamen Austausch mit anderen Ensembles und die gegenseitige Vernetzung ungemein wichtig. Allein den Wettstreit ernst zu nehmen, kann ein großes Hindernis darstellen: Denn sich zu vernetzen und Kontakte zu pflegen, ist auch im Vereinsbereich nicht unwichtig.

Auf der Suche nach Sponsoren, Kooperationspartnern oder erfahreneren Formationen sind Wettbewerbe oder auch andere musikalische Events wie Festivals oder Tage der Musik wertvolle Gelegenheiten, um sich in der Szene besser zu positionieren und mit anderen Gruppierungen zu verbinden. Deshalb sollten Sie musikalische Events als eine großartige Möglichkeit wahrnehmen, Musikmarketing für Ihren Verein zu betreiben und sich parallel mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Zu den bekanntesten Wettbewerben zählen

Darüber hinaus können Sie

Zudem kann der Beitritt zu einem Chorverband oder Orchesterverband sehr sinnvoll sein, um sich besser zu vernetzen und aktiv an der Ensemblelandschaft mitzuwirken.

Medienpartnerschaften eingehen

Medien wie Zeitungen, Radio, Podcasts oder Onlinemagazine sind wichtige Kanäle, die über die Tätigkeiten Ihres Ensembles berichten und so Aufmerksamkeit dafür schaffen können. Wenn Sie Interesse an der Berichterstattung, einem Interview oder vielleicht sogar einem kurzen Auftritt im Rundfunk oder Fernsehen haben, sollten Sie nicht darauf warten angesprochen zu werden. Gehen Sie gezielt auf ein Medium zu und bieten Sie es den jeweiligen Ansprechpartnern an.

Überlegen Sie sich vorab, ob eine Berichterstattung zu Programm und Zielgruppe des jeweiligen Magazins oder Senders passt. Ist Ihr Chor oder Orchester lediglich regional oder nur lokal tätig, sollten Sie ein Medium wählen, das in dieser Reichweite wirksam ist, also die Lokal- oder Regionalpresse, lokale oder regionale Kulturblogs oder -portale. Überlegen Sie sich zudem, was wichtige Voraussetzungen oder Bedingungen wären, damit beide Seiten von einem Bericht profitieren, und klären Sie diese im Falle einer zustande kommenden Kooperation ab.

Zudem sollten Sie sich überlegen, welchen Nutzen das Medium aus einem Bericht ziehen könnte. Haben Sie beispielsweise eine besonders kreative und beeindruckende Aktion auf die Beine gestellt, kann das durchaus von Interesse sein. Stellen Sie in jedem Fall eine kleine Sammlung mit den wichtigsten Informationen zusammen, die für den jeweiligen Pressevertreter oder Autor relevant sind, und bemühen Sie sich um einen möglichst verbindlichen Umgang.

Konzertplakat

Binden Sie auch klassische Werbemittel wie Flyer oder Plakate in Ihr Musikmarketing ein, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Printmedien nicht unterschätzen

Klassische Werbemittel sollten nicht unterschätzt werden, denn auch Flyer oder Plakate können Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Planen Sie beispielsweise ein Konzert und möchten auf dieses unter anderem mit Plakaten, Flyern oder sogar Einladungen aufmerksam machen, sollten Sie diese etwa sechs Wochen vor der Aufführung platzieren beziehungsweise verschicken. Das heißt, Sie müssen sich bereits einige Zeit vorher mit der Gestaltung beschäftigen und zudem noch Zeit für den Druck einrechnen.

Hinsichtlich der Gestaltung sollten Sie beachten, dass der Betrachter die wichtigsten Daten, also Zeit, Ort und den Namen des Ensembles sofort deutlich erkennen kann. Die weitere Gestaltung sollte zu Ihrem Ensemble passen und Ihre Zielgruppe ansprechen. Jedoch sollte auch hier die Gestaltung übersichtlich, klar und ansprechend sein. Konkret bedeutet das: Versuchen Sie maximal zwei Schriftarten zu verwenden, achten Sie auf eine übersichtliche Struktur und stellen Sie sicher, dass alle wichtigen Informationen gut lesbar zu erkennen sind. Verfügt Ihr Ensemble zudem über ein eigenes Logo, sollten Sie dieses mitabdrucken.

Ziel: Externe Finanzierungsquellen auftreiben

Auf der Suche nach externen Finanzierungsquellen sind Sponsoring, Endorsement und Crowdfunding die drei wesentlichen Mittel, die Ihnen bei der Finanzierung Ihres Ensembles helfen können.

Sponsoren suchen

Eine kurzfristige, jedoch effektive Vorgehensweise ist die gezielte Suche nach Sponsoren. Darunter versteht man die Unterstützung durch Finanz- oder Sachmittel durch Unternehmen, welche vonseiten des Unternehmers meist mit einem Werbeinteresse verbunden ist. Seine Ausgaben versteht der Sponsor als Investition. Das heißt, er möchte in Form einer Gegenleistung auf sich und sein Unternehmen aufmerksam machen und sein Image stärken.

Beachten sollten Musikvereine, dass Massenanschriften ein und desselben Textes an jede beliebige Firma in der Umgebung selten zu einem Ergebnis führen. Sinnvoller ist es, wenn Sie gezielt nach ortsansässigen Unternehmen suchen, die zum Profil des Musikvereines passen. Dabei können nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch Sachleistungen und Renommee eines Sponsors eine große Hilfe sein. Es kann beispielsweise viel bedeuten, die ortsansässige Druckerei als Sponsor zu gewinnen, die für das kommende Konzert Flyer und Plakate spenden kann.

Einen Sponsor zu finden, ist mit wohlüberlegtem Vorgehen und guter Vorbereitung verbunden: Besonders hilfreich und effektiv ist es, das Sponsoring über einen persönlichen Kontakt aufzubauen, etwa durch ein persönliches Gespräch auf einer gemeinsamen Veranstaltung. So hat der potenzielle Sponsor die Möglichkeit, einen direkten Eindruck zu gewinnen, Nachfragen zu stellen und mehr über den Verein und seine Tätigkeiten zu erfahren. Dabei sollte klar sein, weshalb das Sponsoring des Vereins mit Vorteilen für das Unternehmen verbunden wäre. Gute und schlüssige Argumente sind hierbei unverzichtbar.

Musikinstrumente

Insbesondere Instrumente können einen großen Kostenpunkt darstellen, bei dem Endorsement, Sponsoring oder auch Crowdfunding sehr hilfreich sein können.

Endorsement nutzen

Eine Sonderform des Sponsorings stellt das sogenannte Endorsement dar: Es ist eine rein materielle Form der Unterstützung und bedeutet, dass Hersteller Chören und Orchestern Produkte kostenlos zur Verfügung stellen. Ziel und Zweck ist ein angesehenes Image zu generieren. Daher kommen Endorsement-Verträge meist nur zustande, wenn ein Förderer hohes Potenzial in einem Musikensemble sieht. Für ihn handelt es sich dabei um eine Investition in seine Imagepflege, weshalb auch hier der Ruf des Vereins und seine Zielgruppe einen wichtigen Faktor darstellen, welcher Förderer besonders stark interessiert.

Crowdfunding probieren

Mittlerweile gehen zudem auch einige Vereine dazu über, mittels Crowdfunding (deutsch: Gruppenfinanzierung) Projekte zu realisieren. Dabei werden Plattformen wie Startnext, Kickstarter oder Visionbakery genutzt, um mit vielen Kleinstspenden ausreichende Summen für Festivalreisen, Konzertmieten, Wettbewerbe oder andere Ausgaben aufzubringen. So ist es dem Jazzchor der Uni Köln innerhalb eines Monats gelungen, knapp 4000 Euro an Spenden einzunehmen, um an den World Choir Games in Sotchi teilnehmen zu können. Der Bach-Chor Gütersloh konnte sogar 10.000 Euro für neue Konzertroben einsammeln.

Um demnach einen unbekannten Menschen im Internet dazu zu bewegen, für ein Projekt zu spenden, ist es gut, ein möglichst genaues Profil aufzubauen. Authentische Vereinsfotos, eine überzeugende Begründung des Projekts und seiner Bedeutung sowie direkte Ansprechpartner und Verantwortliche sind wichtige Aspekte, die die Entscheidung des Spenders wesentlich beeinflussen können. Auf der Suche nach weiteren, hilfreichen Crowdfunding-Plattformen können Sie hier fündig werden.

Falls Sie auf der Suche nach Fördermöglichkeiten durch öffentliche und private Förderer und Stifter sind, empfehlen wir Ihnen den zweiten Artikel unserer Reihe zu Finanzierung und Musikmarketing für Chöre und Orchester: Im Interview mit Fördermittel-Experte Torsten Schmotz erhalten Sie hilfreiche Tipps für Ihre Bewerbung und finden wichtige Links zu Förderprogrammen und -datenbanken.

Und zu guter Letzt…

… sollten Sie dranbleiben. Marketing für einen Chor oder ein Orchester zu betreiben, ist kein einfaches Projekt, das mit einmaligem Aufwand unmittelbar Ergebnisse zeigt. Zwar investieren Sie Zeit, Energie und auch Geld, jedoch tun Sie dies mit dem Ziel, etwas zu erreichen, das Ihnen wichtig ist und von dem Sie überzeugt sind. Behalten Sie das bei Ihrem Einsatz im Kopf bis sich die ersten Ergebnisse zeigen.

 


Bildnachweis:
Titelbild: gettyimages/underworld111, Bild 1: gettyimages/andresr, Bild 2: gettyimages/littlehenrabi, Bild 3: gettyimages/disobeyart, Bild 4: gettyimages/ipopba, Bild 5: gettyimages/Geber86, Bild 6: gettyimages/guruXOOX.

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