Die Leidenschaft zum Beruf machen – Welche Musikberufe gibt es?

Musikberufe

Die Auswirkungen der Digitalisierung stellen gerade für den kreativen Bereich eine enorme Herausforderung dar und die Anforderungen an professionelle Musiker sind gestiegen. Die Berufspraxis im Feld Musik unterliegt einem steten Wandlungs-und Anpassungsprozess. Der Musikmarkt und das Musikleben haben sich grundlegend verändert – doch ergeben sich durch diese Neuerungen auch jede Menge Chancen und neue Möglichkeiten für alle, die sich für das Berufsfeld Musik interessieren. Denn Umbrüche erfordern Innovationen, und Innovationen erfordern Kreativität.

Musikalisch Begabte mit einem hohen Maß an Ideenreichtum sind also gefragt wie nie! Um Ihnen bei all den Entwicklungen und neu entstehenden Berufsprofilen die Übersicht zu erleichtern, erhalten Sie hier einen Überblick über die wichtigsten Berufe im Tätigkeitsfeld Musik.

1. Künstlerische Berufe

In diesem Berufsfeld ist eine musikalische Begabung und Professionalität im eigenen Tätigkeitsbereich das absolute A&O. Der Konkurrenzdruck im Musikmarkt ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und erfordert ausgeprägte Fähigkeiten im Bereich der Selbstorganisation und Selbstvermarktung. Zudem sollten Sie sich dessen bewusst sein, dass künstlerische Berufe – vom wirtschaftlichen Aspekt her – sehr risikoreich sind. Wichtig ist es also immer, sich in dieser Branche ein zweites Standbein zur sozialen Absicherung aufzubauen.

Von Beruf Musiker – ein Traum, der zwar mit einem gewissen Risiko verbunden, aber durchaus zu realisieren ist.

Von Beruf Musiker – ein Traum, der zwar mit einem gewissen Risiko verbunden, aber durchaus zu realisieren ist.

Merkmale

  • Unerlässliche Voraussetzung: profunde künstlerische Ausbildung am Instrument und/oder der Stimme. Einen Überblick über alle deutsche Musikhochschulen finden Sie übrigens hier.
  • Je nach Aufgabenfeld sind unterschiedliche Kompetenzen erforderlich: Berufsprofile wie Popmusiker und klassischer Musiker unterscheiden sich wesentlich in Bezug auf ihre Markterschließung.

Diese Berufe gibt es

Produzierende Tätigkeiten:

  • Komponist: Komponiert neue Musikstücke oder arrangieren bestehende Musikstücke für bestimmte Zwecke.
  • Textautor: Schreibt die passenden Texte zur Musik.
  • Audio-Designer: Komponiert Musik und Sounds am Computer für unterschiedliche Einsatzzwecke wie Jingles, Werbespots oder auch Filmmusik.
  • Regisseur: Inszeniert Opern, Operetten und Singspiele an Opern- oder Mehrsparten-Theatern.

Reproduzierende Tätigkeiten:

  • Sänger
  • Instrumentalist
  • Alleinunterhalter: Sorgt auf privaten Feiern für gute Stimmung – meist durch Lieder zum Mitsingen, Tanzspiele oder auch Witze.
  • DJ: Spielt eine individuelle Auswahl an auf Tonträgern gespeicherter Musik vor einem Publikum ab – oft auch in Form von eigenen Remixes.
  • Dirigent/Orchester- bzw. Chorleiter: Bereitet Musikstücke für Aufführungen durch ein musizierendes Ensemble vor und koordiniert Orchester-oder Chormusiker.
  • Orchestrator: Verteilt die Stimmen eines Musikstückes auf die einzelnen Instrumente.

2. Musikpädagogische Berufe

Berufe im Bereich der Musikpädagogik leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Musikkultur. Die Herausforderung besteht hier vor allem darin, eine Balance zu finden zwischen traditionellen Inhalten der Musikvermittlung und innovativen didaktischen Konzepten, die sich dem digitalen Wandel anpassen. Mehr zu modernen Ansätzen in der Musikpädagogik lesen Sie auch hier und hier.

In der Musikpädagogik sind sowohl musikalische als auch didaktische Fähigkeiten gefragt.

In der Musikpädagogik sind sowohl musikalische als auch didaktische Fähigkeiten gefragt.

Merkmale

  • Vorrangiges Ziel ist die Weitergabe der Musikkultur an zukünftige Generationen.
  • Neben der künstlerischen Tätigkeit dienen musikpädagogische Berufe der Generierung eines Publikums, dem Erhalt einer musikalischen Breitenkultur, der Musikwirtschaft und dem sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft.
  • Voraussetzung ist sowohl eine künstlerische als auch pädagogische Eignung.
  • Eine regelmäßige Weiterbildung ist aufgrund der steten Entwicklungen im Musikleben besonders wichtig.

Diese Berufe gibt es

  • Musiklehrer: Unterrichtet das Fach Musik an allgemeinbildenden Schulen.
  • Instrumentallehrer: Lehrt meist an Musikschulen, allgemeinbildenden Schulen oder auch privat das Spielen eines Musikinstruments.
  • Vocalcoach/Gesangslehrer: Unterrichtet den musikalischen Gebrauch der Stimme.
  • Korrepitor: Begleitet Sänger, Chöre, Instrumentalisten, Tänzer oder Schauspieler am Klavier beim Einstudieren ihrer Stücke oder Rollen.
  • Musikdozent: Lehrt an höheren Bildungseinrichtungen Musikfächer bzw. unterrichtet Musikstudenten.
  • Musiktherapeut: Setzt Musik gezielt in einem therapeutischen Rahmen zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit ein.
  • Musikwissenschaftler lehren, forschen und publizieren an Universitäten und Forschungseinrichtungen oder arbeiten in Archiven, für Zeitschriften oder Verlage.

3. Berufe der Musikwirtschaft

Zu den Berufen der Musikwirtschaft zählen alle Unternehmen und Dienstleister rund um den Musikbetrieb. Das Geschäft mit der Kreativität boomt nach wie vor – doch gilt es sich durchzusetzen in Zeiten von Social Media und Musik-Streaming-Plattformen, auf denen sich Künstler mittlerweile selbst vermarkten und ihre Titel eigenständig zur Verfügung stellen können.

Vor allem innerhalb von Plattenfirmen haben sich aufgrund des digitalen Wandels in den letzten Jahren viele neue Berufsprofile herausgebildet.

Vor allem innerhalb von Plattenfirmen haben sich aufgrund des digitalen Wandels in den letzten Jahren viele neue Berufsprofile herausgebildet.

Merkmale

  • Produzierende und vertreibende Unternehmen
  • Tonträgerindustrie, Musikverlage, Konzertveranstalter, Musiktheaterproduktionen, Musicalbühnen, Musikfestivals, Musikfachhandel

Diese Berufe gibt es

  • Artist & Repertoire-Manager einer Plattenfirma: Hält Ausschau nach neuen Trends und Talenten im Bereich Musik.
  • Managing Director einer Plattenfirma: Entwickelt Strategien für die gesamte Belegschaft und Führungsmannschaft, die zum Erfolg des Unternehmens beitragen.
  • Manager New Media: Wertet das Musikrepertoire digital aus, in Form von beispielsweise Musikdownloads über Download-Plattformen oder durch den Verkauf von Klingeltönen.
  • Musikverleger: Unterstützt Künstler bei der Entwicklung ihrer kreativen Arbeit und vermarktet diese für sie.
  • Musikredakteur/Musikjournalist: Schreibt über verschiedene Themen im Bereich Musik und kann dabei in unterschiedlichen Medien tätig sein, wie etwa Print, Hörbuch, Fernsehen oder Internet.
  • Tonträgerhändler: Ist tätig im wirtschaftlichen Musikbereich, wie Einkauf, Verkauf, Kundenberatung, Marketing, Finanz oder Produktmanagement.

4. Tontechnische Berufe

Hierzu zählen alle Tonverantwortlichen beziehungsweise Techniker, die im Bereich der Tonaufnahme tätig sind. Tontechniker arbeiten nicht nur im Bereich der Musikproduktion, sondern meist auch in der Fernseh-und Radioproduktion sowie der Beschallungstechnik.

Durch den enormen Wandel in der Musikindustrie und die steigende Relevanz von PC-basierter Musikproduktion findet eine zunehmende Verschmelzung zwischen musikproduzierenden und tontechnischen Tätigkeiten statt.

Umfassende (ton-)technische Kenntnisse sind auch im Bereich der Musikproduktion mittlerweile gefragt wie nie

Umfassende (ton-)technische Kenntnisse sind auch im Bereich der Musikproduktion mittlerweile gefragt wie nie.

Merkmale

  • Kreative künstlerisch-technische Arbeit mit Klängen
  • Technische Betreuung der Musikproduktion
  • Neben technischen Kenntnissen sind umfassende musikalische Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich
  • Aufgabe ist die Vermittlung zwischen künstlerischem Anspruch und technischer Umsetzung von Klang

Diese Berufe gibt es

  • Tongestalter: Gestaltet kreativ die Tonebene in beispielsweise Filmen, Hörspielen, Opern, Musicals oder auch Computerspielen.
  • Toningenieur: Ist zuständig für die technische Seiter der Musikaufnahme und arbeitet in den Bereichen Tontechnik, Studio-und Tonaufnahmen sowie Aufnahmetechnik.
  • Tonmeister: Agiert als Bindeglied zwischen der Darbietung der Musiker und der technischen Umsetzung und Speicherung.

Die Musikbranche im Wandel

Da sich gerade der kreative und kulturelle Bereich in einem andauernden Wandel befindet und dem Einfluss der Digitalisierung unterliegt, bilden sich ständig neue Berufsbilder heraus. Zudem können Berufsbezeichnungen und Profile vor allem im Bereich der Musikwirtschaft und Tontechnik oftmals variieren. Hier gilt es die Augen offen zu halten und sich stetig über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

Weiterführende Beschreibungen zu einzelnen Berufsfeldern sowie hilfreiche Links zu Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie auch in diesem Ebook.

Literaturtipps

Natürlich können wir Ihnen auch in unserem Online Shop eine Vielzahl an interessanten Büchern zum Weiterlesen anbieten. Im Folgenden habn wir eine kleine Auswahl für Sie zusammengestellt:

Die neue Praxis im Musikbusiness ist das grundlegende Standardwerk für alle, die verstehen wollen, wie die Musikbranche funktioniert.

Selbstvermarktung für Musiker – Erfolgreich ohne Plattenvertrag stellt Strategien für Bandkonzeption, Onlinepräsentation, Eigenvertrieb und Guerilla-Marketing im Sinne einer Toolbox vor. Wer es schneller mag, lässst sich durch den Crashkurs Musikmanagement in nur 13 Schritten zur Selbstständigkeit als Musiker führen.

Musikberufe_6

„Wie lange darf ich aus einer alten Platte sampeln, ohne die Rechtsinhaber um Erlaubnis zu fragen?“ Diese und weitere 99 wichtige Fragen rund um das Thema Musikrecht beantwortet Ihnen Musikrecht – Die Antworten verständlich und kompakt. Eine praktische Hilfe für Musiker und Musikverwerter ist auch der Ratgeber GEMA, GVL & KSK: Hier werden die Funktionen der Institutionen GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) , GVL (Gesellschaft für Leistungsschutzrechte) und KSK (Künstlersozialkasse) ausführlich dargestellt.

In Das Projektstudio finden junge und auch erfahrene Musiker hilfreiche Tipps und Tricks um erfolgreich Musik zu produzieren, für jeden Anspruch und jedes Budget.

Wir hoffen, Sie haben sich einen ersten Überblick über die Vielfalt der Berufe im Bereich Musik verschaffen können und wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Entscheidung, falls Sie einen Musikberuf anstreben!

Falls Sie sich schon für einen dieser Berufe entschieden haben, finden Sie hier eine Liste von Spezialausbildungsstätten für Musikberufe des Deutschen Musikrates in Deutschland.

 


Bildnachweise:
Titelbild: © iStock/AlexRaths; Bild 1: © iStock/cyano66; Bild 2: © iStock/monkeybusinessimages; Bild 3: © iStock/DragonImages; Bild 4: © iStock/SerKucher; Bild 5: © @alle-noten.de

2 Kommentare

  1. Barbara 5. Juli 2016 um 14:52 Uhr

    Bei künstlerisch fehlt noch: Inszenierung/Regie (Musiktheater)
    Es gibt auch noch: Musikwissenschaftler; wo arbeiten sie: Unis, Forschungseinrichtungen, Archive, Zeitschriften, Verlage…
    Berufe: Verlagslektor, Musikbibliothekar, Archivar, Editor, Journalist, Autoren, Wissenschaftler/Forscher, Redakteure TV/Hörfunk
    +Kulturmanagement allgemein; wo: Theater, Oper, Rundfunk, Konzert/Künstleragentur, Veranstaltungsmanagement…. Als was: Assistenz (Intendant, Dirigent…), als Dramaturgen, Redakteure, Mitarbeiter Archive, künstlerisches Betriebsbüro, Disponent, Inspizienz, Regieassistenz, etc.

    • Christoph Stockmeyer 5. Juli 2016 um 15:52 Uhr

      Vielen Dank für Ihre Anmerkungen! Ihre alle-noten-Redaktion

Einen Kommentar schreiben:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.